Raspberry Netzwerkmonitor

Portabler Raspberry PI als Netzwerkmonitor

Bei der Fehlersuche in Netzwerken hat es mich schon immer gestört:

Für eine ordentliche Analyse ist es immer notwendig, einen Laptop anzuschließen und damit ggfs. zum nächsten Einsatz / Suchort weiterzuziehen.

Dank der freundlichen kleinen Raspberry-Pis ist das aber nicht mehr unbedingt notwendig:

Im Netz findet sich bereits eine Anleitung, wie man aus einem PI und einigen noch recht erschwinglichen Hardwareteilen (Touch-Display, Gehäuse) einen Netzwerktester zusammenbasteln kann. Da ich allerdings weder Zeit noch Lust hatte (für diesen Zweck) den Lötkolben zu schwingen, hier mein Alternativplan:

Auf dem Raspberry-PI sollte ein Netzwerkmonitor installiert werden, der sich bei Systemstart (als ‚Daemon‘) direkt einschaltet und seine Erkenntnisse dem Admin auf einer Webseite zeigt. Diese Webseite wiederum sollte zugänglich sein über ein WLAN-Interface des PI. So könnte ich mit dem Smartphone (welches ich sowieso immer dabei habe) auf diese zugreifen. Um den PI mobil zu machen, sollte er mit einem USB-Akkupack versorgt werden.

Nur ein wenig „Fummelei“ später funktionierte dies auch schon recht zufriedenstellend.

PI-Netzwerkmonitor
PI-Netzwerkmonitor
Schnittstellen und Stromversorgung des PI
Schnittstellen und Stromversorgung des PI

Um diese Fummelei abzukürzen, hier eine kurze „Netzwerkmonitor-Backanleitung“:

1. Schritt:

Benötigte Hardware:

  • Raspberry PI
  • SD-Karte (für das Image – genutzt wird Raspbian)
  • USB-Akkupack (in meinem Fall 10000 mAh – das reicht für einige Stunden)
  • USB-Kabel für die Verbindung zwischen Akkupack und PI
  • EDIMAX EW-7811UN Wireless USB Adapter (oder einen vergleichbaren WLAN-Adapter)
  • Netzwerkkabel (für die Verbindung zu dem zu analysierenden Netzwerk)

Die Hardware einfach miteinander verbinden. Wer gewillt ist, eine „dauerhafte Einheit“ zwischen PI und Akkupack herzustellen, dem rate ich den Einsatz von Moosgummistreifen (um das Gerät gewickelt), gefolgt von Panzerband, welches bekanntlich für fast jeden Zweck sinnvoll ist.

2. Schritt:

Das SD-Kartenimage hier herunterladen:  netzwerkpi.zip (1,2 GB) und auf eine passende SD-Karte überspielen.
Verwendet habe ich eine 8GB-Karte, allerdings wurden davon nur ca. 1,5GB verwendet.

3. Schritt:

Für die Einrichtung am PI anmelden (per Monitor / Tastatur oder SSH):
(SSH: Per WLAN am PI anmelden, IP des PI: 192.168.2.1)

Benutzer: pi
Passwort: aguirre3000

Nun sollte nur noch die Konfiguration des PI angepasst werden.

Zuerst mit ‚passwd‘ ein neues Benutzerpasswort des PI setzen.
Anschließend in der Datei ‚/etc/hostapd/hostapd.conf‘ die Zeile

wpa_passphrase=klauskinski

auf das gewünschte WLAN-Kennwort ändern:

wpa_passphrase=MEINPASSWORT

Damit es kein „Kinskilastiges“ WLAN bleibt, empfielt es sich auch den Namen des verwendeten WLANs (die SSID) in der gleichen Datei zu ändern:

ssid=aguirre

änder auf einen beliebigen WLAN-Namen – z.B.:

ssid=moeter

Danach kann der Zugriff auf die Netzwerk-Monitorseite (durch das Programm nmap erfolgen unter der Adresse:
http://192.168.2.1:3000

Der Datenverkehr des Smartphones (bzw. des WLAN-Clients) wird auf die Ethernet-Schnittstelle per NAT geroutet.

Ich wünsche viel Spaß mit dem Netzwerkmonitor!